Eigentlich hatte ich keinen großen Plan.
Kein Konzeptpapier. Kein Businessmodell. Und ganz sicher nicht die Absicht, Geschichte zu schreiben.
Ich hatte ein Kind, das ich betreut habe. Einen Wald in der Nähe. Und eine Mutter, die eines Tages sagte:
„Meine Tochter kommt jetzt in den Kindergarten. Könntest du nicht auch nachmittags mit Kindern in den Wald gehen? Unser Kindergarten macht sowas nicht.“
Ich antwortete – ehrlich und völlig unstrategisch:
„Äh … ja. Warum eigentlich nicht?“
Während ich innerlich noch überlegte, wie das gehen soll, passierte Folgendes:
Kaum war die Idee ausgesprochen, standen zwei weitere Mütter daneben. Sie hatten zugehört. Und fanden das großartig. So großartig, dass sie sofort wissen wollten, ob ihre Kinder nachmittags auch mit in den Wald dürfen.
Dann kamen deren Freundinnen.
Und dann „noch jemand, der auch jemanden kennt“.
Kurz gesagt:
Ich hatte eine komplette Gruppe, bevor ich überhaupt wusste, dass man dafür ein Konzept braucht.
Der Wald hatte offenbar schneller verstanden als ich, wohin das hier führt.
Aus diesem Impuls ist nicht nur WALDerLEBEN gewachsen, sondern etwas, das es so in Deutschland bis dahin noch nicht gab:
Ich habe die erste Natur- und Waldkindertagespflege dieser Art in Deutschland gegründet – Die Wildlinge.
Die Idee, das pädagogische Konzept und die gesamte Ausrichtung stammen aus meiner Feder. Es war echtes Neuland: rechtlich, organisatorisch und pädagogisch. Ich habe aufgebaut, entwickelt, begründet und getragen – mit viel Herz, Fachwissen und einer ordentlichen Portion Durchhaltevermögen.
2024 übergab ich mein Konzept an meine damalige Kollegin, doch eines bleibt unverändert: Ich bin bis heute stolz auf diesen Weg. Nicht wegen eines Namens oder einer Idee, sondern weil ich Kindern den Wald als Lebens- und Erfahrungsraum eröffnen durfte. Und weil ich einige dieser ehemaligen „Wildlinge“ Jahre später wiedergetroffen habe – bei meinen Waldläufern und Wildnis-Scouts.
Zu sehen, wie vertraut sie sich im Wald bewegen, wie selbstverständlich sie draußen sind und wie viel geblieben ist, zeigt mir: Dieser Weg hat Spuren hinterlassen. Sehr gute.